Zeitungsbericht003

Kirchehrenbach – Wie ein großer sehnsüchtiger Wunsch überlagerte das Wort Friede das Jubiläumskonzert des GV Cäcilia Kirchehrenbach in der Aula der hiesigen Schule. Er feierte sein 60-jähriges Bestehen. Die Jugend der „Singenden Herzen“ aus Mukatschewo in der Ukraine gestaltete den Abend maßgeblich. Der Jubiläumschor eröffnete den Reigen mit „Mit Freunden feiern“ unter Leitung von Toni Polster. Mit zeitgemäßen Beiträgen wie „Sunny“ oder „Bei mir bist du schön“ glänzte Cantabella vom GVC. Eindrucksvoll präsentierte sich an diesem Abend wieder der Männerchor des Patenvereins Liederkranz Leutenbach. Das Chianti-Lied oder „Spil‘ Zigan“ rissen die Zuhörer zu Beifallstürmen hin. „Wir hatten die 059Singenden Herzen vor zwei Jahren beim Sommerkonzert in Mittelehrenbach gehört und wollten sie zum Jubiläum hier haben“, sagte GVC-Vorstand und Vorsitzender der Sängergruppe Forchheim Ost, Michael Knörlein, in seiner Begrüßung. 16 Mädchen im Alter zwischen neun und 20 Jahren, einige Jungen sowie ihre erwachsenen Begleiter tourten sieben Tage durch Österreich und abschließend drei Tage durch Oberfranken. Vergnügen im Wildpark, bei Schwimmen hatten ebenso dazu gehört wie eine Aufwartung beim Bezirkspräsidenten von Oberfranken in Bayreuth. Jahre zuvor hatte zu ihnen noch ein Mädchen gehört, das dann in Bayreuth studierte. Jetzt, vor dem Auftritt in Kirchehrenbach besuchten sie sie auf bei ihrer Hochzeit. Sie hat ihr Glück in Oesdorf gefunden. Die Mädchen sind kontaktfreudig. Sie sprechen relativ gut englisch, einige wenige auch etwas deutsch. Beide Fremdsprachen werden in der Schule angeboten. Oder, wie Katja sagt, man lernt es im Eigenstudium und im deutschen 075Fernsehen. Die Sprachinseln selbst sind mittlerweile sehr klein. Manches Mädchen möchte gerne hier in Deutschland studieren. Sie empfinden das Gastland als nett und aufgeschlossen. Sie selbst sind freundlich und von natürlicher, unbeschwerter Höflichkeit. Schwer vorstellbar, dass sie aus einem Krisenland kommen. Magdalena Hudak vom Deutschen Kulturverein „Planka“ in Mukatschewo, die die Reise mit einigen Helfern leitet, betont, dass in ihrer Region alles normal ist. Es gebe dort keinerlei ethnischen Probleme. Der Konflikt sei weit weg. Nebenbei zeigt sie auf einen Kameramann, der sie aus der Ukraine begleitet. Die Reise soll in der ganzen Ukraine und in den russischen Raum ausgestrahlt werden. Mukatschewo hat 1991 eine Patenschaft mit der Region Oberfranken eingegangen. Vor genau 20 Jahren schob die KLB dieses Projekt an und begleitet es 127bis heute. Vroni Kaul, Weingarts, gehört zu jenen Aktiven der ersten Stunde. Sie ist ein Motor der Partnerschaft und hat auch diese Reise auf deutscher Seite maßgeblich begleitet. Sie weiß zu erzählen, dass vor vier Wochen noch nicht klar war, ob Visa für die Reise seitens der Ukraine erteilt würden. Sie spüre schon die Angst, die in Einzelnen stecke. Die Erwachsenen aus der Ukraine andererseits wollten solche Probleme nicht so deutlich machen. Ihren ersten Gesangvortrag begannen die Mädchen mit einem ukrainischen Lied. Es war ein Gebet für den Frieden in der Heimat. Mit Liedern in ukrainischer, deutscher und englischer Sprache zeigten sie ein breites Repertoire an Vorträgen, oft lustig und unbeschwert. Dann aber gegen Ende wieder das Flehen an „den höchsten Gott“, er möge der Ukraine beistehen. Volkstümliche deutsche und ukrainische Tänze trugen sie lebhaft vor, immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Das machte esIMG_2102 schwer, sich vorzustellen, dass sie aus einem vom Krieg heimgesuchten Land kamen. Tief bewegt waren die

Zuhörer vom Beitrag des GVC Kirchehrenbach und seinem Vortrag „Wir sind Menschen einer Erde“ von Michael Schmoll. In das Lied kam immer wieder der gesprochen Wunsch, ja die nachdrückliche Forderung „Friede einfach nur Friede“. Da wurde auch manches Auge feucht. Die Szene war plötzlich so paradox, so unwirklich. Die Kirchehrenbacher erlebten so ein Jubiläum mit tiefem Erinnerungswert. Die Gäste aus Mukatschewo gestalteten am Tag darauf noch den Sonntagsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg, Weingarts. Anschließend ging es zurück in die Heimat, die sie lieben und die sie beschützt wissen wollen. Von dort wollen sie in zwei Jahren wIMG_2104iederkommen. Dann soll in ihrem Land auch Friede herrschen.

 

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Konzert mit singenden Herzen

Aktualisiert
22.08.2018